Das Räuchern

Erinnerungen an das Hausschlachten in der Gröninger Region
(die gesamte Serie wurde uns zur Verfügung gestellt vom Verfasser Ralf Staufenbiel)

Am Tage nach der Schlachtung wurden die Schinken, Speckstücke und Rippenteile eingesalzen und infolge des Öfteren mit der sich bildenden Lake übergossen. Nach einigen Wochen Reifezeit kamen sie nach der Brat-, Leber- und Bratwurst in die Räucherkammer, die sich meistens am Schornstein des Bodens befand. Die mit Lehmschlag geputzten Wände solcher Kammern waren rabenschwarz, oft auch klebrig und von Mäusen oder Ratten umlagert, nur der heiße Rauch hielt die Plagegeister fern. Wie festgestellt wurde, hatte so jeder Hausherr bei der Dauer der Beräucherung seine eigenen Gewohnheiten. Der Eine mehr, der Andere weniger. Wichtig war die Entzündung der Buchenspäne, denn sie durften keinesfalls mit offener Flamme brennen, sondern nur glimmen. Um dieses Ziel zu erreichen gab man die Späne in einen feuerfesten Behälter (Metallschale oder ausgediente Tonschüssel), machte eine kleine Vertiefung und gab ausgegaste Kohleglut hinzu. Anschließend bedeckte man diese Stelle, dass in der Mitte ein wenig Rauch austreten konnte. In anderen Regionen legte man auch ein Stück glühendes Eisen hinein. 
Nach beendeter Räucherzeit kam die Ware dann an einen sicheren Ort, der sich in einem Haus immer finden ließ. Wichtig war dabei eine trockene, schimmelfreie Zone. In den Küchen einiger Kloster Gröninger hingen die geräucherten Schinken und Würste über der Feuerstelle oder in den gezogenen Schornsteinen. So wurden die Schinken auch nach dem Anschnitt noch für lange Zeit konserviert und somit haltbar gemacht. Die Kugel-Rotwurst durfte erst angeschnitten werden, wenn der Kuckuck das erste Mal rief. 
Wie lange sich die Tradition des Hausschlachtens auf dem Dorf noch hält ist ungewiss; zum Einen schmeckt die Ware vorzüglich, zum Anderen ist aber jedem klar, dass ein Zuviel an Schweinefleisch einen Herzinfarkt begünstigt. Hausschlachter und Schlachte-Bauern sind nach den Grabinschriften auf unserem Friedhof selten uralt geworden!

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